Drachendüster ist da!

Drachendüster Leseprobe

Ereignisse, als Sonne und Mond noch im Sterben lagen

Herbst des Jahres 581 des götterlosen Zeitalters, als Sonne und Mond im Sterben lagen

Sekundäre Dimension, Apeiron, Eisenland, im hohen Norden des Ewigen Eises, an einem Vulkan in der Nähe des Negromons

Nachdem der Drache den Lavakan von der gläsernen Brücke geklaubt hatte, war er, so schnell seine Flügel ihn tragen konnten, in seinen Palast im Negromons geflogen. Triumphierend hielt er seinen Schatz in den Klauen. Schwarzschwinge, der Gewaltige, hatte ihn dem ehemaligen Feuergott geraubt.

Tage und Nächte verbrachte er seitdem damit, ihn brechen und in Segmente teilen zu wollen. Aber sosehr er sich anstrengte, welchen Zauber er auch webte, der Stein blieb unversehrt. Er fachte seine Feuer mit heißen Ölen an, dennoch lag der Lavakan kühl in seinen Klauen. Flüche und böse Wünsche drangen aus dem alten Vulkan, doch das rührte das Juwel mit dem Odem DES EINEN nicht. Wie konnte er es bloß aufbrechen? Schwarzschwinge gierte nach seinem Inhalt, der ihn zum mächtigsten Wesen aller Welten machen würde. Schlaflos blätterte er in den Werken und Schriften seiner Drachenbibliothek. Und dann wurde er endlich fündig.

»Das heißeste Feuer, mit dem jedes Gestein zu schmelzen ist, ist das Sonnenfeuer! Und sieh hinaus. Die Sonne wirft mit Feuerbrocken. Ich werde dich in ein solches Geschoss halten!«, teilte er dem Stein jubelnd mit. Getrieben schnappte er sich das Kleinod und verließ seinen Palast.

Westmark, Silbrarillia, Götterberg

Averloron hatte die Schaltung, wie der Transfer der gebündelten Seelen durch das magische Gewebe genannt wurde, auf dem Götterberg vorbereitet, so wie die Geistheilerin es befohlen hatte. Bruna und sie hatten die Franique-Energie gesammelt, um genug Magie bereitzustellen, damit Bael in dem Ritual den neuen Himmelskörper an den Himmel zu werfen vermochte.

Sonne und Mond waren nicht mehr zu retten. Ein unnatürliches, unheilvolles Brausen lag in der Luft. Die Hitze, die überall flirrte, war unerträglich. Immer wieder rasten Feuerbrocken auf Eisenland zu. Averloron verfolgte ihre Bahnen. Bisher fielen sie weit im Norden und im Osten hinunter. Aber das konnte sich jeden Moment ändern.

Da er für die Organisation mitverantwortlich war, beobachtete er, wie die Geistheilerin mit Lavilija die Vorbereitungen für das Ritual traf. Sie schmückten mit Ornamenten einen Altar, der auf einem Hügel stand. Baelische Symbole, erkannte Averloron verwundert. Indes handelte es sich um die Baelmonne, die Bael mit Raykas Hilfe vollendet hatte.

Averloron war stolz auf die Tochter seiner ehemaligen Geliebten Amruielle. Doch nun gehörte sein Herz einer Menschenprinzessin. Auch wenn Zeya und er nur durch Rosenquarzketten aneinandergebunden waren, die einst Amruielle geschmiedet und Rayka dupliziert hatte, waren seine Gefühle für das junge Mädchen tief und echt. Wie es ihr wohl erging? Mit dem Schatten in ihrem Schoß? Ihre Mutter, die Königin, und Leula waren bei ihr. Sie sollte sicher im Palast aufgehoben sein. Gerne wäre er jetzt bei ihr, wo das Ende Eisenlands nahte, auch wenn er hoffte, dass es abzuwenden war.

Er ließ sein geübtes Kundschafterauge schweifen. Den Festplatz hatte er hergerichtet. Überall standen Fackeln und Kohlebecken und andere rituelle Gefäße. Die Zauberer und Gelehrten drängten die Festwiese hinauf, um sich um den Altar zu versammeln. Jeder Magier wurde gebraucht.

Arme Rayka! Ihr hatte man die Magie genommen, um ihr Leben zu retten. Wie sollte sie damit umgehen? Er hatte erlebt, dass sie und die Magie miteinander wie eine Einheit verwoben waren. Doch hatte er gehört, dass sie und Targoin dabei sein würden. Als Ehrengäste. Und dann sah er sie. Sie trug ein rotes Kleid. Und Targoin, in eine blaue Robe gehüllt, führte sie am Arm.

Averloron wollte rufen, aber Lavilija, die plötzlich neben ihm stand, hielt ihn davon ab.

»Ich glaube, die beiden brauchen etwas Zeit für sich«, schrie sie, um das Tosen zu übertönen.

Er nickte. Das konnte er gut verstehen. »Habt ihr alles? Braucht ihr noch irgendwas?«, brüllte er zurück.

Sie schüttelte den Kopf.

Das Tosen verstärkte sich und schluckte alle Geräusche. Mit Entsetzen verfolgte Averloron einen Lavabrocken, den die Sonne diesmal auf die Westmark abfeuerte. Er rannte den Hügel hinauf, um besser sehen zu können. Von hier aus konnte er überblicken, wie Silbrarillia im Westen an das Meer grenzte. Im Norden verlief an der Stadtgrenze der Weos und dorthinein fiel der glühende Brocken. Nur wenige Hundert Schritte von der Stadt entfernt. Sie blieb verschont. Das war noch einmal gut gegangen.

Das Wasser klatschte ans Ufer und kochte das Schilf, während tote Fischleiber an Land geschleudert wurden. Averlorons Blick wanderte nach Silbrarillia, der trutzig anmutende Palast thronte dort auf einem der Hügel. So klein er von hier auszumachen war, strahlte er Beständigkeit aus.

»Wenige sind auf den Straßen!«, schrie Lavilija.

Er hatte gar nicht bemerkt, dass sie ihm gefolgt war. »Sie fühlen sich in den Häusern sicherer!«, mutmaßte er.

Ein ohrenbetäubendes Heulen zwang ihre Blicke wieder an den Himmel. Der zerteilte, ausgeblutete Mond hing nur noch an einem Zipfel. Aber dieses Pfeifen und Dröhnen kam nicht von ihm. Da! Ein Stern verrutschte, konnte sich nicht mehr halten. Er fiel. Wie ein Komet nahm er Fahrt auf und raste auf den Mond zu. Mit Wucht knallte der Stern auf die Spitze der oberen Mondhälfte und verhakte sich dort. Mit angehaltenem Atem beobachtete Averloron, wie die Hälfte mit dem zusätzlichen Gewicht kämpfte. Es knirschte und ganz langsam drückten sich die beiden Teile weiter auseinander. Das letzte Stück riss auf und schließlich fiel die Mondhälfte immer schneller werdend Richtung Eisenland. Die Sonne warf Feuerfackeln hinterher. Die Erde bebte. Fast hätte er das Gleichgewicht verloren.

Auch Lavilija schwankte, rasch fasste er sie am Ellenbogen und verhalf ihr zu einem festen Stand. Überall ertönten Schreie und Rufe. In der Stadt zerbrachen die Türme und Mauern, Dachziegel wirbelten durcheinander. Plötzlich hörten sie ein Brausen. Was war das? Dann wurde es dunkel, nur die Myriaden Sterne gaben etwas Licht. Der Blick zum Himmel verriet, dass die Sonne ausgebrannt und mit einer weißen Schicht, die an Eis erinnerte, überzogen war. Wenigstens explodierte sie nicht. Die Temperatur fiel innerhalb von Lidschlägen. Es wurde bitterkalt. Tosender Sturm verschluckte die Schreie und das Wehklagen. Voller Sorge schaute Averloron zum Palast, noch stand er dort.

»Ich möchte bei Zeya sein. Falls das Ritual schiefgeht.«

»So darfst du nicht denken. Triwald ist bei der Königin.«

»Nein, das ist er nicht, denn er muss in Silbrarillia für Ordnung sorgen!«

Die Mondhälfte war offenbar ins Meer gefallen. Gellende Schreie, die sogar das Tosen und Brausen übertönten. Der Wasserspiegel stieg, bis sich eine Flutwelle, so hoch wie der Götterberg selbst, vor den Steilufern aufgebaut hatte.

»Lauf, Averloron. Hier gibt es für dich nichts mehr zu tun«, brüllte Lavilija.

»Danke!« Er drückte noch einmal ihren Arm und kämpfte sich einen Weg durch die Menge frei.

Im Laufen sah er, wie sich die Flutwelle über die Felsen und Stadtmauern ergoss und daraufhin die Straßen und Gassen flutete. Das ging so rasend schnell. Wie sollte er rechtzeitig zum Palast kommen?

Keuchend rannte er den schmalen Weg an den Statuen, Brunnen und kleinen Oasen vorbei. Der Sturm zerrte an seiner Kleidung. Seine Augen brannten. Da war das Tor. Dort hatte er Foc angebunden. Er betete inbrünstig, dass sich das schreckhafte Tier nicht losgerissen hatte. Dann vernahm er schrilles Wiehern. Der Hengst zog panisch an dem Strick, an dem er festgebunden war. Lange würde der auch nicht mehr halten.

Im letzten Moment gelangte Averloron zum Pferd. Er löste den Strick, erfasste den Zügel und sprach beruhigend auf Zoc ein, der offensichtlich froh war, ihn zu sehen. Mit einem geübten Satz sprang er in den Sattel, wendete das Tier und sprengte im wilden Galopp den Weg hinunter. Die Wassermassen mochten längst den Palast erreicht haben, aber er musste es versuchen. Dann zerrissen Donner und ein gewaltiger Blitz den schwarzen Himmel. Zoc erschrak und stieg, doch Averloron trieb ihn unbarmherzig weiter.

Ewiges Eis

Schwarzschwinge beobachtete, wie erneut ein Feuerbrocken die Sonne verließ. Es erforderte Mut, ihm entgegenzufliegen, den Stein ins fallende Feuer zu werfen und ihn dann auch noch rechtzeitig wieder aufzufangen.

Zwei Mal hatte er sich nicht getraut und nur dem Sonnenfeuer nachgesehen, wie es auf Eisenland niederging. Inzwischen war ein Orkan aufgekommen, der heftig an seinen Flügeln riss. Der Himmel verdunkelte sich. In der Ferne donnerte es.

Er schwebte in der Luft und schätzte ab, wann der Brocken, der wie eine Feuerkugel von Sonnenflammen umgeben war, an ihm vorbeifliegen würde. Krampfhaft verfolgte er die Flugbahn, als er mit Schrecken erkannte, dass eine Mondhälfte von einem Stern in die Tiefe gerissen wurde.

Allzu bald raste der Felsbrocken auf ihn zu. Jetzt oder nie! Den Lavakan legte er sich zwischen den Zähnen zurecht und spuckte ihn mit aller Kraft durch das Feuer über den riesigen Brocken hinweg. Rasch setzte er dem Edelstein hinterher, das Felsstück erschien durch die Entfernung inzwischen kleiner.

Da sah er, dass der Lavakan Feuer gefangen hatte. Durch die Kräfte, die um die Feuerkugel wüteten, wurde er durch die Luft geschleudert. Schwarzschwinge musste ihn erreichen. Tatsächlich schaffte er es und fing ihn auf. Doch dann begann der Drache zu trudeln. Die Zerstörung des Mondes wirkte sich fatal auf seine Orientierung aus. Plötzlich wusste er nicht mehr, wo oben und unten war. Etwas Hartes schlug ihm auf den Kopf, Schwärze umfing ihn und er fiel …

Silbrarillia

Averloron sprengte auf Silbrarillia zu. Die Straßen waren geflutet. Von Weitem sah er, wie die Bewohner sich auf die Hügel der Stadt, auf die Stadtmauer, ihre Türme oder auf die Dächer ihrer Häuser retteten. Das Wasser reichte ihm schon bis zu den Steigbügeln, Foc hatte es schwer, gegen die Fluten anzukommen.

Die einzige Möglichkeit war, von Osten in die Innenstadt zu gelangen. Dieser Teil lag wesentlich höher als der Meeresspiegel.

»Mein braver Junge!«, feuerte er sein Pferd an. Doch inzwischen war das Wasser so hoch, dass Foc schwimmen musste. Averloron glitt hinunter und hielt sich seitlich am Sattel fest. »Zusammen schaffen wir das!«, machte er sich und dem Tier Mut.

* * *

Bruna hatte, nachdem sie die Franique-Energie gesammelt und sämtliche magische Kraft für das Ritual bereitgestellt hatte, darauf verzichtet, bei diesem einmaligen Akt zuzusehen.

Als das Brausen und Toben begann, bat die Geistheilerin sie, in die Stadt zurückzukehren.

»Die Natur wehrt sich vehementer, als ich vermutet habe. Silbrarillia ist in großer Gefahr. Nimm diese Leuchte und lege sie auf die Waagschale der Silbrastatue auf dem Marktplatz. Sie wird ein wenig Schutz bieten.«

Bruna konnte sich kaum vorstellen, wie diese Leuchte, die winziger war als ihr Daumen, eine solche Wirkung haben sollte. Aber machtvolle Zauber lagen ja durchaus in den kleinen Dingen wie in Edelsteinen und Bärenhaaren. So nahm sie das Kleinod an sich und fragte lediglich, wie sie denn rechtzeitig in die Stadt gelangen solle. Der Abstieg dauerte seine Zeit, bestimmt eine halbe Stunde. Und bei dem Orkan länger.

»Du wirst früh genug da sein«, versicherte ihr die Geistheilerin und küsste sie auf die Stirn.

Dieser Kuss verlieh ihr Flügel. Die Geistheilerin bugsierte sie durch das magische Netz, welches sie aus dem Marktbrunnen spie, der in Wassermassen versunken war. Prustend schwamm Bruna an die Oberfläche.

Blitze erhellten die Nacht. Das Wasser, das durch die Gassen strömte, umspülte schon den Pferdeleib und den Körper der Reiterin-Skulptur. Silbra auf Schattenschimmer. Nur die Köpfe und die erhobene Hand mit der Waage schauten heraus. Bruna musste gegen die Strömung ankämpfen, um zur Statue zu gelangen. Noch ein paar Züge, dann erreichte sie den Arm.

Das Wasser stieg, der Himmel wurde schlagartig erhellt. Ein Blitz fuhr in den Dachstuhl eines der Häuser, die den Marktplatz säumten. Nur wenige Schritte von ihr entfernt. Das Dach fing sofort Feuer und loderte hell auf. Die Leute, die sich auf dem First gerettet glaubten, schrien und sprangen in die Wasserströme.

Bruna durfte ihnen jetzt nicht zu Hilfe eilen, zuerst musste sie die Leuchte auf die Schale legen, bevor diese von den Fluten überschwemmt wurde. Beherzt packte sie den Arm der Silbra und setzte einen Fuß auf den gebeugten Oberarm. Die nasse Kleidung zog an ihr, sie schnaufte. Ihre Sohlen rutschten ab. Beim nächsten Versuch klappte es. Sie kletterte hinauf und kniete sich auf eine der Waagschalen. Mit klammen Fingern griff sie in ihre Wamstasche und ergriff die Leuchte. Wie ihr die Geistheilerin gezeigt hatte, drehte sie an dem oberen Teil. Tatsächlich begann sie zu flackern. Ein blaues Licht breitete sich auf der Wasseroberfläche aus.

Erschöpft kniete sie sich hin und beobachtete staunend das Schauspiel. Der Schein bildete eine blaue, feste Schicht, die das Wasser über den Brand schwappen ließ, sodass das Feuer gelöscht wurde. Dann drückte diese Scheibe die Wassermassen in die Tiefe. Die Leute, die in die Fluten gesprungen waren, versuchten, dem blauen Leuchten zu entkommen. Offensichtlich fürchteten sie, ebenso zerdrückt zu werden. Doch das Licht ging durch sie hindurch. Handbreit für Handbreit sank der Wasserspiegel, bis Bruna voller Erleichterung die Pflastersteine erkennen konnte.

Nach kurzer Zeit verschwand das Wasser im Brunnen und die Leute standen sicher auf einem mit wenigen Pfützen bedeckten Boden. Was für ein großer Zauber in der Leuchte steckte.

Plötzlich gewahrte Bruna, wie ein Reiter durch die Gassen galoppierte. Als er den Marktplatz passierte, erkannte sie Averloron auf seinem Pferd. Sie sprang auf die Füße, schrie und fuchtelte mit den Armen, als ganz unvermutet ein Blitz das schwarze Firmament teilte.

Der Westelb schien sie zu bemerken, er parierte Foc.

Die gezackte Linie am Himmel zielte auf Bruna. »Nein!«, entfuhr es ihr. Sie erkannte das Entsetzen auf Averlorons Gesicht, dann war sie nur noch glühender Schmerz.

* * *

Averloron sah, wie der Blitz in Brunas Körper fuhr. Wie ein gefällter Baum stürzte sie um und schlug hart mit dem Kopf auf dem Schattenschimmer auf. Die Leuchte, die das blaue Licht geliefert hatte, zerstob zu Asche, die der Wind in alle Richtungen verstreute. Leblos hing die Waldelbin auf der Schale.

Rasch galoppierte er zur Statue, sprang von Foc und kletterte zu ihr hinauf. Er kniete neben ihr und zog ihren Kopf auf seinen Schoß. Keine Atmung konnte er feststellen. Keinen Herzschlag. Wie konnte er das Herz bloß wieder zum Schlagen bringen? Magie fand er nicht. Wann war endlich die Baelmonne am Himmel?

Als er Bruna hilflos auf die Brust klopfte, merkte er, wie schwammig sich ihre Muskeln anfühlten. Einer Eingebung folgend, trommelte er auf ihren Brustkorb. Mit einem Mal hörte er ein Raunen in der unnatürlichen Stille.

»Seht!«, rief jemand.

Unwillkürlich schaute Averloron zum Himmel und bemerkte, wie etwas Leuchtendes durch die Finsternis flog. Die Baelmonne!

Bruna! Er schüttelte ihren Körper heftig, doch seine Magie wirkte nicht. Hilfe suchend sah er sich um. Bewohner kletterten vorsichtig von ihren Dächern. Einige humpelten die Gasse hinauf, die zu Silbramagica führte.

»Bruna!«, sagte er eindringlich. »Halte durch. Ich bringe dich zu Heiler Mied in die Krankenstation.« Er warf noch einen Blick zum Palast, doch da die Fluten zurückgegangen waren, schien Zeya außer Gefahr zu sein.

Plötzlich waren doch helfende Hände da. Ausgerechnet zwei Kobolde kletterten zu ihm empor und halfen, die leblose Waldelbin von der Statue zu bugsieren. Foc wartete brav. Averloron sprang auf seinen Rücken, nahm Bruna vor sich und hielt sie zwischen den Armen, während er die Gasse hochgaloppierte. Die Baelmonne leuchtete ihm den Weg. Doch was war das? Sie schien immer näher zu kommen. Der Himmelskörper hielt nicht am Firmament.

 

 

Abschlussband Drachendüster – bald erhältlich

Das Finale – der Abschlussband der High-Fantasy-Reihe DIE ZAUBERSCHMIEDIN

 

Eine erwachte Liebe

Eine erstarkte dunkle Macht

Ein verschollenes Buch

 

Eisenland ist gerettet. Rayka und Targoin gewinnen die Liebe zurück, die sie geopfert hatten. Endlich können sie in das magische Netz aufbrechen, um ihre Freunde, die Zentaurin Dazhera und den Waldelben Nestori, zu befreien. Doch tückische Geister entführen die Feuerelbin.

Gleichzeitig rüstet sich das Weltenheer des Dunklen Herrschers, um die Königsstadt Silbrarillia anzugreifen.

Nur das verschollene Buch des Wissens verspricht die Macht, das Böse triumphieren zu lassen oder die Welt endgültig davon zu befreien. Wer findet es, entschlüsselt seine Rätsel und öffnet das siebte Siegel?

Der Feuergott, der Drache oder doch die Zauberschmiedin ohne Magie?

Rückblick 2019

Liebe LeserInnen, Interessierte und Freunde,

2019 war für mich ein zwiespältiges, intensives und auch schmerzhaftes Jahr. Es war so ein bisschen wie gegen Drachen oder Windmühlen kämpfen.

Einerseits eine Katastrophe:

Kein Buch veröffentlicht!

Obwohl einige interessante Konzepte und Rohfassungen vorlagen und ich weit über 1000 Seiten für die Zauberschmiedin geschrieben habe.

Das schlimmste: Euch, die ihr sehnsüchtig den Abschlussband der Zauberschmiedin erwartet habt, musste ich wieder und wieder vertrösten und enttäuschen, dabei hatte ich Drachendüster 3-4x geschrieben.

Was war passiert?

Als ich den 4. Band „Drachensplitter“ geschrieben hatte, sollte es der Abschlussband werden, doch es gab so viel zu erzählen. Also machte ich daraus zwei Teile, veröffentlichte Drachensplitter und jubelte „Der Abschlussband ist in wenigen Wochen zu haben!“

Als ich ihn fertigstellte, gefiel er mir nicht mehr ( zu dem Zeitpunkt sollte der Abschlussband noch Silbrenlicht heißen) und beschloss alle anderen Projekte aufs Eis zu legen und die Geschichte völlig neu zu konzipieren.

Obwohl ich vom Grundplot und das Ende begeistert war, brauchte ich unzählige Seiten, Monate und Rüffel von meiner wunderbaren Lektorin Claudia Pietschmann, denn irgendwie war ich ganz weit weg von meiner Zauberschmiedin und von mir.

Doch sie bestärkte mich, mich auf mein Gefühl zu verlassen.  

Ich wollte so viel, war verkopft, verkrampft, verbissen. Mir wurde klar, dass die Akademikerin nun schrieb und nicht die Geschichtenerzählerin, die Vertraute von Rayka, Merlynn und Co.

 

 

 

 

Ich war gescheitert. Nicht nur einmal. Das tat wahnsinnig weh. Selbstzweifel plagten mich. Wie war ich bloß auf die Idee gekommen, Bücher schreiben zu können?

Gesundheitlich bekam ich es auch direkt zu spüren, denn aufgrund einer neurologischen Erkrankung, die mich seit 2008 als Lehrerin berufsunfähig macht, wird immer wieder meine linke Seite taub und gefühllos. Nichts geht automatisch. In diesen Perioden muss ich mich darauf konzentrieren, zu sprechen, zu laufen und etwas anzufassen, was mich sehr erschöpft.

Aufgeben wollte ich nicht. Irgendwie musste ich mich aus dieser Schreibhölle herauskämpfen. In mir sind so viele Geschichten, die erzählt werden wollen, auch die Zauberschmiedin. Also: Aufrappeln und den Abschlussband schreiben, den ihr verdient habt und Rayka würdig ist.

Einige Zeit verbrachte ich nur damit mich wieder ganz meinen Helden nahe zu fühlen, wie sie sind und wie sie sich entwickeln können, damit alle offenen Erzählstränge spannend und glaubhaft zu Ende erzählt werden. Schließlich hocken die Zentaurin Dazhera und der Waldelb Nestori in der Spalte, Eisenland versinkt noch im Chaos, das durch das Himmelskörpersterben angerichtet wurde. Wie geht`s mit Rayka und Targoin weiter, können sie endlich ihre Liebe leben? 

Also konzipierte ich neu, las immer und immer wieder die vier Teile und ließ der Geschichte ihren Lauf. Ich fand meine Freude wieder, sowohl an diesem verfluchten Band, als auch an andere Geschichten, an diesem Beruf, trotz des Frusts der letzten Monate. Jedenfalls ist der Fluch gebrochen.

Vielleicht werde ich in einigen Jahren zurückblicken und erkennen, wie wichtig, dieses Jahr für meine Entwicklung als Schriftstellerin gewesen war.

Euch danke ich für eure Geduld, Treue und manches verständnisvolle und aufmunternde Wort. Danke.

Stand: Das Manuskript liegt bei meiner Lektorin. Da ich nicht weiß, wie viel Arbeit und Zeit es noch braucht, werde ich mich vor vorschnellen „IN KÜRZE“ beim Veröffentlichungsdatum hüten.

Die Drachin und die Vulkanburg

(aus Schattenrausch dem 2. Band der Fantasy-Reihe Die Zauberberschmiedin)

Die Drachin konnte schon von Weitem die schwarzen Türme der Burg sehen, die vor vielen Zeitaltern durch Zauberhand auf einem pulsierenden Vulkan errichtet worden waren. Die Zinnen erinnerten an scharfe Drachendornen und waren durchbrochen von Wehrplatten, die aus hellblauem Eis geschmiedet zu sein schienen. Die Drachenaugen zeigten ihr eine weiße, kalte Burg, die von tiefroten Adern durchzogen war. In dem Berg, auf dem hoch oben die Burg thronte, pochte das Rot, das in Fontänen heiß von innen an die Gipfel klatschte. Ihrem elbischen Auge wäre das Innenleben verborgen geblieben, doch als Feuerdrache konnte sie voller Staunen die Magmaströme verfolgen, die explodierten und die Wände der Burg durchflossen. Sie schienen in einem Kreislauf gefangen, und die Felsen mit glühender Lava zu versorgen. Vor lauter Faszination wäre ihrem sonst so wachsamen Auge fast die kleine Gruppe entgangen, die sich als drei rote Punkte auf den Aschefeldern unaufhaltsam auf die Burg zubewegten.

Verdammte Wargscheiße. Wenn sie Lavilija hinter die hohen Mauern verschleppten, wie sollte Rayka die Lichtelbin befreien? Sie zwang sich, das Geschehen genau zu beobachten, was ihr als Drache schwerfiel. Die Burg schien aus einem Guss zu sein. Vielleicht lag es an der Sicht des Drachen, dass sie weder Eingänge noch Zugbrücke erkennen konnte, als sich plötzlich eine Schar roter Punkte von der Südseite aus der Anlage schälte. Mit drei klopfenden Herzen wagte sie, näher heranzufliegen. Tatsächlich lag eine geöffnete Zugbrücke aus blankem, eiskaltem Material auf schroffem Vulkangestein. Sie glaubte, dass es sich nur um Schattenschimmer handeln konnte. Magischer Werkstoff, den der Gefallene einst aus dem Nihelem mitgebracht haben sollte, als er dort nach der Ewigen Flamme gesucht hatte. Sie hatte davon in den alten Büchern gelesen, und die Goldschmiedin in ihr trachtete mit jeder Faser ihres Seins danach, dieses Wunderzeug in die Hände zu bekommen. Vielleicht konnte sie damit ihr Medaillon vervollkommnen. Die roten Punkte ritten auf ebenso roten Flecken. Ihre Nase verriet ihr, dass es Menschen auf Pferden waren, die auf einem schmalen Geröllpfad zwischen den spitzen Felsen herunterkamen. Der Weg führte in weiten spiralförmigen Schlangenlinien um den Vulkan herum, sodass die kleine Gruppe am Fuße des Berges angelangt war, als die Reiter unten eintrafen.

»Das Empfangskomitee«, seufzte Rayka enttäuscht. Auf irgendeine Weise musste sie mit hinein. Am besten schlüpfte sie ungesehen mit der Gruppe in die Burg. Als Feuerdrache war das unmöglich, sie musste sich rasch etwas einfallen lassen. So flog sie erst einmal außer Sichtweite und nahm ihre Elbengestalt an, um besser denken zu können. Hinter den kahlen Baumgerippen, die am Rande der Aschefelder standen, konnte sie sich kaum verbergen, falls jemand von den Zinnen auf sie herunterschauen sollte. Doch die lagen verwaist unter den schwarzen Flaggen, auf denen in stilisierter Form speiende glutrote Vulkane abgebildet waren. Dennoch kauerte sich Rayka in eine Kuhle und starrte angstvoll den Berg hinauf. Ihre Elbenaugen zeigten ihr nun, dass es zwölf Reiter in schwarz-matten Rüstungen waren, die auf ebenso schwarzen, gewaltigen Kriegsrössern saßen. Sie nahmen die drei in die Mitte. Mit Schrecken erkannte sie, dass die Lichtelbin ohnmächtig zwischen ihren Häschern hing. Die Truppe setzte sich in Bewegung und folgte dem Pfad, der sich zwischen dem zackigen Gestein emporschraubte. Bald waren sie außer Sichtweite. Bis sie auf der anderen Seite ein Stück höher wieder sichtbar wurden, würde es eine Weile dauern. Also Rayka, du Zauberschmiedin, was wirst du tun? Angestrengt dachte sie nach, als sich ein kleiner fahler Aschefalter auf ihre Hand setzte. Seine Fühler kitzelten sie und die filigranen Flügel wirbelten Staub auf. Was so zarte Flügel eines daumengroßen Wesens so vermochten?

Als E-Book bei Amazon, kostenlos als Unlimited oder als Taschenbuch im Handel

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BoD Bookdate Contest

Romance, Fantasy, Crime: BoD und TWENTYSIX suchen die drei besten Stories. Die Jury wählt aus allen eingereichten Geschichten zwei aus; die dritte wird jeweils über die meisten Instagram-Likes je Genre ermittelt.

Das große Finale des Bookdate Contest findet am 22. März 2019 ab 20 Uhr im Rahmen von „Leipzig liest“ statt, dann werden die drei finalen Stories pro Genre präsentiert, gelesen und die Gewinner vom Publikum gewählt.

»Ich mach‘ da mal mit«, habe ich mir gedacht.

Das Ergebnis könnt ihr bis zum 15.02 bei instagram unter bookdate.leipzig@ruth.muehlau.fantasyautorin sehen!

Voraussetzungen   erfüllt  
Du besitzt einen
Instagram-Account?
Ja, ruth.muehlau.fantasyautorin
Genre: Romance, Fantasy
oder Crime
Fantasy-natürlich
Dein Text stammt aus
einer deiner Veröffentlichungen
oder ist für diesen Wettbewerb neu verfasst
Der Text stammt aus meinem
veröffentlichen Roman: Feuerzorn,
1.Teil von Die Zauberschmiedin
Der Text handelt von einer prägenden Begegnung an einem besonderen Ort Ja, ich habe die Textstelle ausgewählt, als Rayka auf den Wargwelpen trifft, der von einer Harpyie gejagt wird. Der besondere Ort ist die Kultstätte, in die sie sich retten.
Der Text ist in deutscher Sprache
verfasst
Ja, ich kann auch nicht viel anderes!
Umfang: max. 2.000 Zeichen
inkl. Leerzeichen  
Das wird knapp. Nach vielen präg- nanten Kürzungen bin ich auf 1938 gekommen!
Ein Foto im Flatlaystil,
Bildmaße: idealerweise
1.080×1.080px (JPG-Datei)
Flatlay? Was ist das?

Das ist bei dem Foto rausgekommen:

Das Flatlay für den BoD-Bookdate Contest

Und das ist der Text:

Der Wargwelpe

Von Weitem hörte sie den Schrei der Harpyie. Das ponygroße gefiederte Ungeheuer hatte die Verfolgung nicht aufgegeben. 

»Wir müssen hier weg! Sie wird uns fressen«, schrie die Feuerelbin den verwaisten Wargwelpen an, der sie nun böse anknurrte.  »Undankbares Vieh!« Ohne nachzudenken, ließ Rayka ihre Hand nach vorne schnellen, erwischte ein Büschel Fell, riss mit aller Kraft daran, sodass der Warg aufschrie und nach ihr schnappte. Mit ihrer Beute sprang sie auf und rannte los. Er nahm sofort die Verfolgung auf. Sie sauste um die Bäume in Richtung der Kultstätte, die Anhöhe hoch, sprang über entwurzelte Baumstämme und kleine Felsen, den Warg immer dicht hinter sich. Voller Wut biss er nach ihren Beinen. Sie spürte den ätzenden Geifer, der durch das Leder in ihre Haut drang. Wenn er mich kriegt, tötet er mich. Als sie oben auf dem Hügel angekommen war, sah sie in der Senke die riesigen Steine, die zu einem Kreis angeordnet waren, in dessen Mitte sich einige Monolithen türmten. Sie hechtete kopfüber über den Berggipfel, riss sich die Haut blutig auf, überschlug sich und fing sich ab, sodass sie auf dem Hintern landete. Der Boden war lehmig und durch den Regen schlammig, so rutschte sie den Berg hinunter. Gefolgt vom Warg raste sie auf die Kultstätte zu. Der Welpe rollte durch die aufgestellten Steine und knallte jaulend gegen den felsigen Unterstand. Als er sich aufgerappelt hatte, sah sie die klaffende Wunde auf seinem Rücken. Dann vernahm sie ein Fauchen. Die Harpyie! Sie steckte den Hals durch die Zwischenräume und stach mit dem Schnabel nach dem Warg, während sich die Feuerelbin an den Felsen drückte. Um den Beißattacken auszuweichen, packte Rayka den Welpen am Nacken und presste den wolfsgroßen zitternden Körper an ihre Brust. Dabei berührte Rayka mit ihrem zerbissenen Arm die Wunde des Wargs, aus der roter Saft sickerte. Ihr Blut vermischte sich mit seinem. Sie waren verbunden. Blut vom selben Blute. 

Wenn es dir gewählt, dann findest du es bis zum 15.02 bei instagram unter bookdate.leipzig@ruth.muehlau.fantasyautorin

Bekanntgabe der neun Finalisten: 25.02.2019

Prämierung auf dem BoD Bookdate: 22.03.2019


DRACHENSPLITTER als Taschenbuch

 

Bis DRACHENSPLITTER –

Band 4 der High-Fantasy-Reihe Die Zauberschmiedin als Paperback im Handel (Amazon, Thalia, Hugendubel, stationärer Buchhandel) erhältlich ist, kann es noch 1-2 Wochen dauern.

Drachensplitter als Paperback

Im BoD-Shop ist es aber schon bestellbar und wird portofrei in wenigen Tagen bei euch sein. Drachensplitter bestellen